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Bildung & Begegnung, International

Erzählen im Norden – Info für Bibliotheken und Interessierte

2022-08-16, 14:43

Gesprochene Worte berühren uns. Nicht ohne Grund spielt Storytelling oder die Tradition der mündlichen Erzählung in der Kulturgeschichte der Menschheit eine wichtige Rolle. Erzählungen unterstützen noch heute den Aufbau und Zusammenhalt von Gemeinschaften. Sie dienen der Wissensvermittlung und der Weitergabe von Werten, Weltbildern und gesellschaftlichen Regeln.

Mit dem Projekt „Erzählen im Norden – Vielfalt entdecken durch Geschichten“, gefördert durch Innovationsmittel des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein, wird ein neuartiges Angebot für erwachsene Besucherinnen und Besucher der Öffentlichen Bibliotheken geschaffen. Zu den Projektzielen gehört es, Gemeinschaftserfahrungen und Vernetzung gerade im ländlichen wie städtischen Raum zu fördern, kulturelle Vielfalt und Offenheit für Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen zu erleben und die Perspektiven der Völker in der arktischen Region sowie die Rolle des Menschen in der Welt/Natur von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten.

Interessierte Bibliotheken, die daran aktiv teilnehmen möchten, sind eingeladen, sich bis zum 15. September 2022 dafür zu bewerben.

Mit Dr. Eva Ritter von www.nordicperspectives.com konnten wir eine erfahrene Expertin und Referentin als Kooperationspartnerin zur Durchführung dieses spannenden Projekts gewinnen.

Mitmachen – wann & wie?

1. Bibliotheken laden Menschen zu Erzählrunden ein

Mit den Bibliotheken, die sich an dem Projekt beteiligen möchten, werden individuell terminliche und organisatorische Absprachen für die Durchführung der Workshops vor Ort getroffen. Angeboten wird eine Workshop-Reihe von drei Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Aber auch Einzelveranstaltungen sind möglich. Sind die Orte und Zeiten geklärt, beginnt die Werbung, um Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Mitarbeitende der Bibliotheken für die Workshop-Teilnahme zu gewinnen.

Einleitend wird von der Dozentin über Erzählungen auf das Thema der jeweiligen Veranstaltung Bezug genommen. Darauf aufbauend wird mit den persönlichen Erzählungen der Teilnehmenden gearbeitet und abschließend über die angesprochenen Themen und Gemeinsamkeiten reflektiert. Literaturbeispiele begleiten den Austausch. Folgende Themenkomplexe stehen nach Absprache im Mittelpunkt einzelner Workshops:

  • Mensch und Natur: Mythen wie die „Mutter des Meeres“ aus Grönland und verschiedene indigene Schöpfungsgeschichten spiegeln das Verhältnis von Mensch und Natur in der Arktis wieder. Die persönlichen Erzählungen der Teilnehmenden beschäftigen sich daran anknüpfend mit Fragen zu besonderen Erlebnissen in der Natur in Bezug auf andere Lebewesen oder auf die Kräfte der Natur.
  • Orte und Identität: Die Landschaft und die eigene Ortsverbundenheit spielen in der Identität der indigenen Völker der Arktis eine große Rolle. In dieser Veranstaltung geht es um die Bedeutung von Orten als Raum der Erinnerung und Identität. Darauf aufbauend setzen sich die Teilnehmende mit ihrem eigenen Verhältnis zu Orten auseinander.
  • Geistergeschichten: Bei diesem Thema wird ein besonderes Kulturgut der arktischen Völker vermittelt, die Geistergeschichten. Dabei wird u.a. über die Tradition der Geistergeschichten, ihre Rolle und gesellschaftliche Aufgabe in der ursprünglichen Kultur informiert.

2. Train-the-Trainer Workshop

Ergänzend zu den Workshop-Reihen vor Ort wird im März 2023 ein eintägiges Train-the-Trainer Seminar angeboten. Auf dem Seminar wird den Mitarbeitenden der Öffentlichen Bibliotheken sowie den dort engagierten Freiwilligen und Interessierten ermöglicht, die Grundlagen für die Rolle eines Erzählleiters / einer Erzählleiterin zu erwerben.

Damit werden wichtige Grundlagen und Voraussetzungen für eine dauerhafte Weiterentwicklung geschaffen. Eine Entfaltung und Fortsetzung des Vorhabens, bezogen auch auf andere Zielgruppen (z.B. Jugendliche, ggf. in Zusammenarbeit mit Schulen) wäre perspektivisch vorstellbar.

Hinweis:

Das Projekt findet im Zeitraum September 2022 bis März 2023 statt. Dank der Förderung entstehen für die mitmachenden Bibliotheken und Teilnehmenden keine Kosten zur Durchführung der Workshops. Geplant sind zunächst 9 Workshops + 1 Train-the-Trainer-Seminar.

Fragen zum Projekt wie auch Anmeldungen zur Teilnahme sind bis zum 15. September zu richten an:

Susanne Brandt, Büchereizentrale Schleswig-Holstein, brandt@bz-sh.de, Tel: 0461 8606-167

Da die Zahl der Workshops begrenzt ist, wird bei Interesse zum Mitmachen eine baldige Rückmeldung empfohlen. Sollte die Corona-Lage im Winter die geplanten (und bevorzugten) Präsenz-Veranstaltungen verhindern, wäre auch eine alternative Workshop-Form mit einem digitalen bzw. hybriden Konzept möglich.

Foto: Jens Larsen

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